(8. und 9.1. Walter) Kandy ist nicht wirklich süß. Irgendwie haben wir uns direkt nach der Ankunft in Kandy am Busbahnhof von einem ruhigen, netten TukTuk-Fahrer hypnotisieren lassen, so dass wir heute einen etwas enttäuschenden Tag erlebt haben.
Gestern Abend im Zahntempel noch ein etwas chaotische aber schöne Puja erlebt. Die Mönche halten dreimal täglich Zeremonien in den inneren Kammern des Tempels ab – jeweils morgens, mittags und abends.
Und heute – naja, wir haben halt all das gemacht was man nicht machen sollte.
Eigentlich hatten wir uns vorgenommen ins Elefantenwaisenhaus in Pinnawela mit dem Bus zu fahren, aber wie gesagt hat uns der TukTuk-Fahrer in Trance versetzt und wir machten etwas ganz anderes. Elefanten haben wir allerdings gesehen, gewaschen und geritten. Doch bei den Elefantenwaisen waren wir nicht. Der Tag war für uns beide etwas fremdbestimmt, weil wir nicht klar waren und uns so von unserem TukTuk-Fahrer immer wieder überreden ließen, dass zu tun was er uns vorschlug.
So fuhren wir nicht ins Waisenhaus Pinnawala, das angesichts der dortigen großen Elefantenpopulation der populärere Ort ist, sondern zur Millennium Elephant Foundation (MEF).
Wir konnten dort Elefanten baden bzw. mit Kokusfasern schrubben, massieren. Die Elefantin genoss das Bad und das Schrubben von uns und den Volontären. Davon gab es eine Menge, sie kümmern sich um die Elefanten sehr liebevoll und aufmerksam. Anschließend sind auf Lakshmi, einen der insgesamt 10 Elefanten, geritten. Die Erfahrung einen Elefanten zu berühren und zu waschen ist schon besonders genug. Die weiche, feste Haut zu spüren und die Haare mitzubekommen, ich habe mich erst gar nicht getraut richtig fest zu schrubben, wollte nichts verletzen. Elefanten mögen groß sein, stark sein, doch wenn man sie berührt, bekommt man ihre Sanftheit mit. Die Sanftheit ist es auch, die das Reiten auf Lakshmi so besonders macht. Ein langsames, sanftes Schaukeln, Schritt für Schritt. Eine kleine Runde von ca. 200m auf dem Rücken eines Elefanten. Ein schönes Gefühl, doch aber auch mit einem Nachgeschmack. Denn so wirklich artgerecht ist das Reiten nicht, auch wenn es in Sri Lanka schon immer Arbeitselefanten gab und gibt. Ich hoffe, dass es den Elefanten im MEF gut geht, das was ich sehen konnte, machte auf mich einen guten Eindruck.
Der Gründer des Millennium Elephant Foundation (MEF), Sam Samarasinghe, besitzt seit 1960 Elefanten, 1979 entschied er, das Anwesen als Club Concept Elephant Bath für die Öffentlichkeit zu öffnen. Die MEF wurde 1999 gegründet, seitdem arbeiten sie daran, den Schutz und die Behandlung von Elefanten zu verbessern, indem sie einen Ort für Pflege und medizinische Versorgung anbieten.
Dann waren dann noch in einem Herbal-Garden (mein Gott, das hatten wir doch schon in Indien, Kopfschüttel) allerdings waren die kleinen Massagen entspannend. Dann in einer Teefabrik und zum Abschluss ging es weiter zu den Königlichen Botanischen Gärten in Peradeniya, wo eine Sammlung seltener tropischer sowie exotischer Pflanzen wächst. Hier ist auch ein Orchideenhaus, es gibt Gewürze, Heilkräuter und Palmen. Von all dem haben wir aber nicht viel gesehen, wir haben uns in einem Pavillon erholt und eine leckere Mango gegessen.
Und dann war da noch die TukTuk-Fahrt, unser Fahrer ganz nett und sehr geschäftstüchtig. Madam hier, Sir da, um unser Wohl besorgt, aber eben auch ein TukTuk-Fahrer in Kandy und Umgebung. Auf der stark befahrenen A1 tuckerten wir im Linksverkehr stinkenden Dieselbusen hinterher, es wurde gehupt, gebremst, gerast. Seit heute weiß ich gewiss wie schädlich Abgase sind. Alle Entspannung und Eindrücke waren erstmal nach dem TukTuk fahren ziemlich dahin.
Nach den ungefähr 6 Stunden und ca. 80 km im TukTuk unterwegs sein haben wir erstmal in unserer Unterkunft etwas geschlafen.
Beim Abendessen erzählten wir unserer netten Gastgeberin davon und sie hatte echt Mitgefühl mit uns.



