7 Uhr morgens, angenehme Temperatur von 19 Grad, ein wenig Zeit zum Schreiben. Sitze hier vor unserer Cabana Nr. 1 mit Blick auf Palmen, im Hintergrund wird schon das Frühstück gemacht, Krähen krähen, Hähne krähen, Kinder lachen, Esel iahen, eine entspannte Atmosphäre. Aus der Weite erklingt ein „Für Elise“ und zwischendrin das Tuckern von Tuk-Tuks. Ausgeschlafen nach ca. 10 Stunden Schlaf, die Nächte beginnen früh hier und es gibt keinen Trubel etc., viel Ruhe zum Entspannen.
Wir sind angekommen in Sri Lanka.
Heute werden wir weiter nach Sigiriya fahren, wahrscheinlich machen wir einen kleinen Umweg über Mihintale, in der Nähe von Anuradhapura, um eine der ältesten Anlagen des Buddhismus in Sri Lanka anzusehen.
So fängt heute die Reise in den Buddhismus an, während der letzten Tage waren wir in der christlich geprägten Region. Durch die vielen großen offenen Kirchen, die Krippen und Christbäume ist diese sehr sichtbar. Hier in Kalpitiya, genau wie vorher auch in Negombo. Wir wurden von unseren Taxifahrern immer gefragt ob wir Christen sind. Ruben, der Inhaber von Margerita Village erzählte, dass in Kalpitiya-Town sich die einzelnen religiösen Gruppen mit ihren Bauten wie Buddha-Statuen, Kirchen oder Moscheen immer wieder übertreffen möchten und jetzt eine neue Kirche gebaut wird die größer ist als die Moschee. Und die Buddhisten überlegen den Buddha zu vergrößern. Gehört haben wir jedenfalls jeden Morgen, wenn die Sonne aufging, den Muezzin, der zum Morgengebet rief.
Jetzt ist jetzt und gestern ist Gestern…
Und gestern war ein toller Tag hier Kalpitiya, um 7:30 gefrühstückt, dann um 8 Uhr mit dem TukTuk zum Department of Wildlife Conservation (Abteilung für Naturschutz) um Tickets fürs zu kaufen Dolphin Watching. Alles sehr formal, drei Offizielle in Uniform füllen Formulare aus, wollen unsre Reisepässe, die wir nicht dabei haben. Ging auch ohne. 2.406 Rupien für die Behörde – sonst darf das Boot nicht raus.
Das war ein Ride – wir sitzen im Boot in der ersten Reihe von dreien auf harten Kunststoffsitzen mit Schwimmweste bekleidet und die Fahrt geht los. Zirka 3 km raus aufs Meer heißt es. Das Meer ist wellig und ein Wind geht, so wie die Kiter es hier mögen, wenn sie üben möchten. Nicht zu stark und doch herausfordernd. Ein Mann am Außenborder und ein Mann vorne, der die Richtung zeigt, lassen das Boot gleiten und mehr oder weniger sanft über die Wellen springen.
Machte einen Riesenspaß manchmal den Kontakt zum Sitz zu verlieren und dann wieder auf den Sitz zurückzufallen (Anm. Eva: dabei hat es mir gleich eine von meinen 2 Hosen zerrissen, schnieff…). Das war unser Sport für den Tag 😊 Bauch, Beine, Po. Vielleicht eine halbe Stunde Fahrt hat es gedauert bis wir an der Stelle waren wo wir die ersten Delfine sehen konnten und auch die 8 oder 9 anderen Boote.
Wir wussten zuerst gar nicht wo wir hingucken sollten, mal waren da zwei, drei unter der Wasseroberfläche zu sehen, dann sprang ein Delfin auf der anderen Seite des Bootes heraus. Und es wurden immer mehr. Gruppen von fünf bis zehn Delfinen tauchten auf, kreuzten das Boot, schwammen links, dann wieder rechts vom Boot, dann wieder mal einzeln oder als kleine Familie – echt begeisternd.
Wer hier wohl mit wem spielte? Oder waren die Boote mit uns Touristen evtl. Jäger, zumindest auf der Jagd nach einem guten Foto? Ich, Eva, fragte dann auch ziemlich naiv und verstört den Guide, ob die Delphine wohl Angst vor den Motorbooten haben. Er verstand gar nicht, was ich meinte, naja…
Ich will jetzt mal glauben, dass wir alle Freude bei diesem Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Wesen hatten.
Nach einer halben Stunde sind wir wieder in Richtung Ausgangsort gefahren. Jetzt entlang der goldfarbenen Stränden auf türkisen Wellen. Das Auf und Ab war herrlich und ließ uns immer wieder laut auflachen.
Wieder am Strand angekommen genehmigten wir uns einen Sri Lanka Tee und Kaffee, gingen danach ein wenig am Strand spazieren und natürlich im Meer baden.
Herrlich 😊
So mittlerweile ist schon wieder Abend und wir werden gleich zu Abend essen. Wie sind jetzt im „The Hideout Sigiriya“, wo wir die nächsten 3 Tage verbringen werden.
Auf dem Weg hierher waren wir in Mihintale, dem Ort von dem sich der Buddhismus über Sri Lanka ausgedehnt hat. Auf die Geschichte gehe ich jetzt nicht ein, vielleicht später.
Ein schöner Ort, der für uns besonders wurde, da wir einen Führer hatten der uns Dinge gezeigt und erklärt hat, die wir allein nicht gesehen beziehungsweise erfahren hätten. Die Fotos werden vielleicht einiges erklären.
Während ich das hier schreibe höre ich im Hintergrund Mönche aus den Lautsprechern chanten, in denen ich immer wieder OM Shanti höre oder hören will. Gerade ist mir etwas feierlich. Ein schöner Ort hier. Der Richtige für die letzten Stunden meiner Fünfziger und ein guten Start in eine neue Runde.
Freu mich mit Eva hier zu sein.
Morgen geht es jedenfalls auf den 200m hohen Monolith Sigiriya, ein etwa einstündiger Aufstieg über 1860 Stufen…
Wir berichten weiter…



